Sonntagsimpulse








Sonntag 10. Mai 2020 »Muttertag«

“Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch" Jesaja 66,13
“Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch" Jesaja 66,13

Liebe Gemeinde,

 

an diesem Sonntag, dem Muttertag, würdigen wir alle unsere Mütter. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich zum Muttertag sehr zwiegespaltene Gefühle. Ich mag keine verordneten Gedenktage, völlig unabhängig vom Anlass.

 

Auf der anderen Seite ist mir bewusst, dass vermutlich nicht nur ich, meine eigene Mutter als zu selbstverständlich wahrnehme. Ist ja auch kein Wunder, sie war von Anfang an für mich da. Überschüttete mich mit Liebe, Aufmerksamkeit und allen was ich brauchte oder wollte, ganz ohne, dass ich dafür irgendwie dankbar sein oder irgendeine Gegenleistung erbringen musste. Als Kind hat man den Eindruck, das ist doch gefälligst ihr Job. Zum Ausdruck bringt man eher, dass was einem nicht passt.

 

Später dann begegneten mir Menschen deren Mütter, aus welchen Gründen auch immer, nicht so liebevoll und fürsorglich sein konnten. Andere haben ihre viel zu früh verloren und einige wenige ihre Mutter nicht einmal kennenlernen können. Ich mag mir nicht ausdenken, welch Kummer diese Menschen besonders am heutigen Tage haben. Da wo wir anderen vielleicht stöhnen, dass es gar nicht so einfach war eine Kleinigkeit zu besorgen, da gibt es nicht wenige, die wären überglücklich ihre Mutter einfach einmal in ihre Arme schließen zu können.

 

Da wird einem erst klar, welch Privileg der Normalzustand eigentlich ist, eine Mutter zu haben.

 

Als Vater wird einem auch schnell klar, dass man die Mutter nicht so einfach ersetzen kann. Ich erinnere mich an einige Situationen, bei denen unsere Kinder als Babys von mir nicht zu beruhigen waren, nur um dann in den Armen ihrer Mutter glücklich und zufrieden zur Ruhe zu kommen. Manchmal braucht man einfach seine Mama.

 

Schmerzlich ist uns auch bewusst, dass es nicht allen Paaren vergönnt ist, ein Kind zu bekommen. Einige Frauen wären wirklich gern Mutter. Doch dieser Traum erfüllt sich für sie nicht. Für sie ist dieser Tag ebenfalls besonders schwerer.

 

Wenn wir die Schöpfungsgeschichte ernstnehmen, dass Gott den Menschen als sein Abbild schuf, als Mann und Frau. Dann bedeutet es eben auch, dass Gott als Vater nur eine Hälfte sein kann. In der Bibel gibt es einige Passagen die da ganz offen dagegenhalten und versuchen die Mutterrolle Gottes deutlich zu machen. Mose erwähnt in seinem Gebet zum Herrn, er habe das Volk Israel “im Schoß getragen”, und auch Psalm 90 spricht davon, dass Gott alles geboren hat.

 

Das deutlichste Bild der Mütterlichkeit Gottes zeichnet der Prophet Jesaja. Er sagt, dass Israel empfangen wird im Schoße seines Gottes (Jes 44,2 und Jes 44,24). Er spricht von der Geburt (Jes 42,14) und bezeichnet Gott gleichzeitig als Vater und Mutter (Jes 45,.10). Er lässt Gott sagen: “Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch (Jes 66,13).”

 

Und so wünsche ich allen Müttern einen frohen Muttertag! Meiner eigenen Mutter sage ich auf diesem Wege schon einmal: Mama, Danke für - einfach alles!

Und allen Traurigen an diesem Tag, möchte ich das Bild aus dem Bibelvers nahelegen. Gott, der uns tröstet, wie es nur eine Mutter kann.

 

Bleibt gesund und fröhlich!
Thomas Weißenfels

Gebet zum Muttertag

Guter Gott,

heute begehen wir Muttertag, in wenigen Tagen Vatertag. Viele von uns haben das Glück, dass sie ihre Eltern an diesen Tagen besuchen können. Wir danken Dir für unsere Eltern.

 

Wir wollen für alle Familien beten, die den Vater- und Muttertag nicht so unbeschwert oder gar nicht feiern können:

 

Herr, wir beten für diejenigen, deren Eltern krank sind oder sich schon am nächsten Tag nicht mehr an einen Besuch erinnern werden,

 

wir beten für alle Eltern, die keinen Besuch von ihren kleinen oder großen Kindern bekommen, weil die Familien zerstritten oder die Paare getrennt sind,

 

wir bitten auch für alle, die einen Elternteil verloren haben und deswegen trauern, sowie für all diejenigen, die noch unter den Kränkungen leiden, die sie von Eltern erlitten haben.

 

Wir beten für die vielen Menschen, die lange Zeit von ihren Familien getrennt sind. Für die Mütter, die im Ausland Geld verdienen und für die Väter, die nach der Flucht ihre Familien nachholen wollen.

 

Guter Gott, der du uns Vater und Mutter bist, höre unsere Bitten und unseren Dank; begleite Familien in allen Glücksmomenten und in Krisensituationen. Halte deine segnende Hand über alle Familien in dieser Welt.

 

Amen


Videogottesdienst mit Abendmahl | Sonntag, 3 Mai. 2020

Marie-Luise Junga
Marie-Luise Junga

Marana ta - so begrüßte Paulus die Gemeinde in Ephesus!

Mit diesem Ruf möchte auch ich euch heute begrüßen

Marana ta - Herr komm!

 

Liebe Gemeinde,

 

wir haben uns lange nicht gesehen - jedenfalls nicht als Gottesdienst -Gemeinde. Wir haben Monate hinter uns, die wir nie für möglich gehalten haben. Wir haben alle einen Alltag erlebt, der neu war - selbst wenn er vom Tagesablauf wie immer war.

 

Wir tragen alle unsere Erinnerungen an die letzten Monate im Kopf, die z. T. sehr unterschiedlich sind - so unterschiedlich, wie die Lebenssituation, in der wir leben: unsere Teenies, unsere Studies, unsere Familien mit ihren Kindern, wir Singles und wir Alten!

 

Keine Gottesdienste mehr, keine Gemeinschaft sonntags morgens, kein Abendmahl ….

Und das in einer Zeit, in der wir die Gemeinschaft besonders brauchen. Nun wird sich das bald wieder ändern. Gott sei Dank!

 

Und doch wabert immer noch eine dunkle Wolke von Ungewissheit und Ohnmacht über uns. Ich war erstaunt, dass gleich mehrere Leute im Gespräch ihren Corona - Alltag so beschrieben: wie, als wenn eine dunkle Wolke darüber liegt. Wir spüren unsere eigene Verletzlichkeit - viel direkter.  Wir wissen nicht, wie es weitergeht mit den Infektionsketten, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Wir wissen nicht, was uns persönlich demnächst erwartet.

 

Eigentlich ist das nicht neu. Es ist die Grundsituation unseres Menschseins; Im Leben vom Tod umgeben. Aber sie war eingebunden in des Lebens Fülle; versteckt in den Anforderungen, Ärgernissen und Freuden des Alltags. In dieser Corona-Zeit wird uns unsere Verwundbarkeit bewusster und unsere Sehnsucht nach Geborgenheit.

 

Jetzt stellt euch mal vor, das wäre alles: wir wären allein in dieser unserer irdischen Welt, mit unserer Angst, mit unserer Sehnsucht … Wie furchtbar das wäre …

Und ich könnte nicht von dieser anderen Welt, vom Reich Gottes berichten, in der die Angst, die Ohnmacht, die Ungewissheit zwar nicht verschwunden sind, aber einen Platz zugewiesen bekommen:

 

Die dunkle Wolke ist noch da, aber der farbenfrohe Bogen der Hoffnung schimmert durch. Wir kennen alle die dunkle graue Lebens- und Wetterlage, in der plötzlich der Himmel aufreißt und Sonnenstrahlen aufleuchten. Selbst wenn wir nicht in der Lage sind, unseren Tag davon beleuchten zu lassen, wissen wir darum! - Und dieses Wissen kann uns die dunklen Stunden ertragen lassen, ohne endgültig zu verzweifeln. Ich lebe im Reich Gottes, das schon angebrochen ist - und damit in einem anderen Kraftfeld.

Oh Gott - bin ich froh darüber! Gott sei Dank!

 

Ihr wisst alle, damit ist nicht jedes Leid, jede Form von Gewalt, alles Zerstörerische aus unserem Leben verbannt. Auch uns können noch furchtbare Dinge passieren: wir werden krank, enttäuscht, verraten; wir sind einsam, verzweifelt, gelähmt, wir wissen nicht, wie unser Sterben aussehen wird, wir haben Schmerzen und Angst, manchmal auch furchtbare Angst … - und wir haben einen Ort, wo wir dann sein können.

 

Unser Gott,

> der uns in Jesus Christus nahe kommt,

 

indem er Mensch wird,

> der sich damit sterblich macht, der sich dem Zerstörerischen ausliefert, der verwundbar wird, schenkt uns diesen Ort bei Jesus,

 

> der schon im Garten Gethsemane mit seiner furchtbaren Angst allein gelassen wird, weil seine Jünger diese nicht aushalten können (Markus,14 Matthäus 26, 36 - 46, und Lukas 22, 39, 42 - 48))

 

> der am Kreuz nicht nur ein qualvolles Sterben, sondern die tiefste furchtbarste Einsamkeit erlebt

„Mein Gott, warum hat du mich verlassen…?“

wie uns Markus im 15. Kapitel berichtet

 

So stellt sich Gott in Jesus der menschlichen Verletzlichkeit, der auch wir uns stellen müssen.

Ob wir wollen oder nicht! Allerdings gibt es viele Ausblendmöglichkeiten für uns, allein durch die Kommunikationstechnologie: Im Internet und Fernsehen immer Zugang zu einer großen digitalen Welt zu haben und mit dem Handy als Nabelschnur am Puls der Zeit zu sein… Nicht immer funktioniert diese Ablenkung …

Der Moment vor der OP, beim abendlichen Einschlafen, nach dem Erhalt einer Todesanzeige …

 

Und dann haben wir den Platz unter dem Kreuz - selbst wenn uns Leid gefangen hält und kein Mensch uns trösten kann.

 

Es ist erst drei Wochen her. Da haben wir diesen Ort unter dem Kreuz am Karfreitag besonders gewürdigt.

 

Und dann am Karsamstag das Geheimnis Gottes ausgehalten.

  • Wie, oh Schöpfergott, und warum kam das Böse in deine gute Schöpfung? Wie konnte die Sünde uns von dir entfernen?
  • Warum hast du uns so geschaffen, wie wir sind, mit der Fähigkeit zur Grausamkeit, zum Zerstören?
  • Warum hast du dich und deine Schöpfung so verletzbar gemacht, indem du dich uns ausgeliefert hast? Warum erst das Kreuz?

Martin Luther sprach immer wieder vom Verborgen sein Gottes, vom DEUS ABSCONDITUS.

  • Warum jetzt Corona?
  • Warum schaffen wir Menschen es nicht, mit all unseren Möglichkeiten, dem immensen Reichtum an menschlicher Erkenntnisfähigkeit, wissenschaftlicher Forschung und den Ressourcen deiner wundervollen Schöpfung allen Menschen eine Heimat zu geben?
  • Warum beteiligen auch wir uns an der Vernichtung deiner Schöpfung durch unseren Lebensstil mit seinem unmäßigen Konsum an Fleisch, Klamotten und Reisen per Flieger und Kreuzfahrtschiff usw.?

Ja, aushalten im Reich des Todes ist schwer.

Und - wir müssen nicht hierbleiben.

 

So wie der Karsamstag endet in der Osternacht, können auch wir uns - immer wieder neu - in das Kraftfeld der Auferstehung begeben.

 

Jesus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Und damit ist, für uns sichtbar, auch das Reich Gottes angebrochen. Indem Jesus am Kreuz den Tod überwunden hat und mit ihm alles Leid und Zerstörerische, sind wir mit hineingenommen in einen neuen Erfahrungsbereich - und der endet nicht mit Jesu Himmelfahrt: ICH ABER WERDE DEN GEIST, DEN MEIN VATER VERSPROCHEN HAT, ZU EUCH HERABSENDEN! (LK 24, V 49) spricht Jesus.

und schenkt uns mit dem HEILIGEN GEIST die Möglichkeit zur Gotteserkenntnis.

 

In diesen drei Tagen von Karfreitag über Karsamstag bis Ostersonntag wird uns eine Bewegung offenbart,

in der unser Leben in all seiner Fülle aufgehoben ist.

Hier ist die Heimat, die immer für uns da ist,

in der wir geborgen sein können - schon jetzt, gerade jetzt.

 

Es ist eigenartig: In der Passionszeit beginnt die Katastrophe der Pandemie, die unser äußeres Leben beherrscht. Dann, mittendrin feiern wir die Auferstehung Christi, die wir glauben können durch den Heiligen Geist.

Was könnte das in dieser verstörenden Zeit mit uns machen, in uns bewirken?

Die Kraft der Auferstehung liegt in der Kraft der gemachten Erfahrung. Maria, so lesen wir bei Johannes 20, schaut in das Grab hinein auf der Suche nach Jesu Leichnam. Als sie sich umdreht vom Grabe weg, sieht sie eine Gestalt, die sie erst erkennt, als diese sie anspricht.  Es ist der Auferstandene.

 

Lasst uns wie Maria den Blick vom Grab weg zu Jesus wenden!

Lassen wir den Heiligen Geist in uns wehen und schauen auf den Auferstandenen

> beginnen wir damit den Tag

> halten wir tagsüber kurz inne

> und geben abends den Tag zurück an Gott

>> Öffnen wir uns dem Geschenk Gottes und in uns wird die Auferstehungsfreude die Angst entmachten und sich in Kraft verwandeln. Wir können unseren Alltag neu bewältigen und unserer Verantwortung als Christinnen und Christen gerecht werden in dieser Corona - Zeit!

 

Wir können verantwortungsvoll reagieren und unsere persönliche Situation in Beziehung setzen zum Großen Ganzen:

 Es geht um Leben und Tod. Unterbrechen wir auch weiterhin die Infektionsketten mit unserem Verhalten. Und vielleicht wird uns Wesentliches neu bewusst: die Bewahrung von Gottes schöner Schöpfung und seine Sehnsucht nach gerechten Lebensformen.

 

Unsere Kreativität entwickelt neue Formen, wie wir auch jetzt für einander dasein können -  wie wir unseren Lebensstil gottgefälliger verändern können wie wir gerade jetzt von Gottes Gnade erzählen können in der Gemeinde und in der Welt.

 

Die dunkle Wolke ist noch da -  mal mehr, mal weniger.  Doch darüber scheint der Bogen der Verheißung.  Seine Farben schimmern immer wieder durch. Selbst wenn unser Blick sich verdunkelt, hat der Auferstandene uns im Blick.

 

Marana ta - der Herr ist gekommen!

Amen!

 

Maria begegnet den Auferstandenen (Joh. 20, 11 - 18)

Der Bogen der Verheißung (Mose/ Genesis 9, 12 - 17)


Sonntag, 26. April 2020 »Nachfolge« 1.Petr 2,21b – 25

»Lieber Sklave, liebe Sklavin,

heute richte ich , Petrus, das Wort an dich! Sehr häufig werden jene angesprochen die in Freiheit leben, die selbst Entscheidungen treffen können, die wählen dürfen, selber ihren Einkauf bestimmen, Arbeiten gehen, in den Urlaub fahren oder am Strand, im Wald oder sonst wo spazieren gehen können. Ja es stimmt, durch Corona fühlen derzeit viele dieser Menschen etwas von dem, was dein täglich Brot ist.

Vielleicht ist es Zufall, vielleicht gewollt, dass in eben dieser Zeit ein Wort für dich als Sklave, Sklavin gesprochen wird.

Denn das sind sie. Diese Worte sind in erster Linie an die Unfreien dieser Welt gerichtet, die nur Leid und Unterdrückung kennen und trotzdem Christus nachfolgen wollen. Ihnen, dir ist Jesus im Leid nah, weil er selbst das Leid kennt und im Leid gerichtet wurde. Hier ist die Parallele zu dir als unterdrückte Person. Hier kannst du Christus nachfolgen, im Leid.«

 

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

 

was Petrus hier an die Sklaven, wirkliche, echte Sklaven schreibt, das wird in unserer heutigen Zeit gelegentlich missverstanden. Plötzlich nennen sich freie Christen – zu denen wir alle gehören – Sklaven, weil ihnen eine besondere Zusage zu Teil wird, an der sie gern teilhaben wollen. Nämlich: Christus hat für euch gelitten und wer leidet, ist in Christus Nachfolge.

 

Doch Petrus geht es an dieser Stelle überhaupt nicht darum, als freie Christen für Christus leiden zu müssen, um ihm näher zu kommen. Nicht wir stehen im Mittelpunkt der Verkündigung des Petrus, sondern Christus Zusage für alle Leidende. Es ist ein großer Unterschied, ob ich mich zum Sklaven mache, oder ob ich ein Sklave bin. Wer sich selbst zum Sklaven macht, hat Nachfolge falsch verstanden. Die Gemeinde vor 2000 Jahren hat ja nicht allein aus Sklaven bestanden. Und sie tut es auch heute nicht. Wir sind bunt gemischt und haben Freiheiten, die in anderen Ländern und zu anderen Zeiten unvorstellbar sind. Doch für die Nachfolge muss man kein Sklave sein. Nachfolge geschieht im alltäglichen Leben und muss nix leidendes an sich haben. Der Text soll uns nicht ermutigen zu leiden! Sondern die Leidenden ermutigen.

 

Jesus gibt uns freien Christen sehr gute Impulse mit auf den Weg, um in seiner Nachfolge leben zu können. Wir haben die Freiheit seine Botschaft von der Liebe auf die Art und Weise zu bezeugen, wie sie in unser Leben passt. Nix anderes gilt für den Sklaven. Wir können gute Taten verrichten, wir können gute Worte verschenken, wir können Frieden verbreiten und Liebe teilen – so wie es zu uns passt. Dazu muss ich kein Sklave werden. Ich habe genug Mittel um Jesus nachzufolgen. Das Leid ist sicher nicht das erste. Das und die damit verbundene Zusage gilt den unterdrückten dieser Welt. Sie haben nicht die Freiheit von Christus Liebe zu reden, ohne harte Konsequenzen erwarten zu müssen. Christus Nachfolge ist ihnen nicht möglich wie sie uns freien Christen möglich ist. Und doch sind sie Nachfolgende Christen im Leid. Hier ist Jesus ihnen ganz nah. Im Leben hat Jesus uns freien Menschen gezeigt, wie wir miteinander umgehen sollen und ihm damit nachfolgen können. Und in seinem Leidensweg hat er den Unterdrückten gezeigt, wie sie ihm nachfolgen können.

 

Nachfolge hat kein Leid zum Ziel. Nachfolge bedeutet Zeuge in seinem Umfeld für Christus zu sein. Ich bin kein Sklave – also ist Leid auch nicht mein Zeugnis.

 

Ich finde, wir lassen diesen Text den Unterdrückten dieser Welt. Es ist scheinheilig sich selbst zum Sklaven zu machen. Nachfolge ist keine Sklaverei. Was für ein Bild zeichnet ein solches Denken von Gott? Gleichzeitig ist Nachfolge in der Unterdrückung möglich. Nicht durch Mission. Nicht durch Diakonie. Sondern im Leiden. Wir, die wir nicht versklavt sind, sollten uns in unserem diakonischen und missionarischen Handeln nicht als Sklaven bezeichnen, sondern als Nachfolger*innen. Das ist ehrlicher. Und es ist einladender für jene Menschen, die sich überlegen, ob sie an einen Gott glauben wollen, der sie begeistert und fasziniert, so dass sie ihm nachfolgen und nacheifern wollen oder an einen Gott, der Sklaven und Diener zu seiner Ehre hält, die keine Freiheit kennen.

 

Nachfolge als Folge der Taten Jesus an die Welt und an mich. Was ist dein Grund Jesus nachzufolgen? Worin wird deine Nachfolge (ohne Leid) sichtbar? Dem Sklaven bleibt nur das Leid. Den Freien stehen alle Dinge zur Verfügung. Hör auf zu leiden, um des Leides wegen. Folge Jesus – mit deiner Begabung.

 

Sei gesegnet. Bleib behütet.

Herzlichen Gruß

Pastor Cornelius Herrmann


Sonntag, 19. April 2020

»Der Herr ist wahrhaftig auferstanden.« Lukas 24,34
»Der Herr ist wahrhaftig auferstanden.« Lukas 24,34

Liebe Freunde und Mitglieder der Baptisten-Gemeinden in Güstrow, Bad Doberan und Rostock!

 

Wohl die meisten von uns blicken auf ein recht ungewöhnliches Osterfest zurück. Vieles von dem, was wir mit einem traditionellen Osterwochenende verbinden, war in diesem Jahr nicht möglich: die Gottesdienste zum Gedenken an den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus, das gemeinsame Essen in der Großfamilie oder das Verreisen in die Natur oder zur Familie.

 

Dennoch ist es unser Wunsch als Älteste der Gemeinde Rostock, dass wir uns und jeder für sich mit der ungewöhnlichen Situation arrangieren konnte und hoffnungsvoll und mit Zuversicht nach vorne blicken kann. Wo euch Sorgen quälen oder wo ihr ganz praktische Hilfe benötigt, bitte lasst es uns wissen, ruft uns gerne jederzeit an!

 

Die Bibel berichtet uns davon, wie zwei Menschen mit den ungewöhnlichen Geschehnissen um den Tod und die Auferstehung von Jesus, mit dem sie zuvor ein paar Jahre zusammen unterwegs waren, umgehen. Das, was sie da in den vergangenen Tagen erlebten, das entspracht so gar nicht dem, was sie sich von Jesus vorgestellt hatten. Mit ihm erlebten sie unglaubliche Wunder und so erhellende Predigten. Ihnen war es so klar, dass der Prophet Jesus so auf diese Weise nun das jüdische Volk erretten und erlösen wird, von was auch immer sie gefangen gehalten wurden: der

römischen Besatzungsmacht, der eigenen Vergangenheit, ihrer Gottesferne oder was auch immer.

 

Und dann kam die fast widerstandslose Hinrichtung von Jesus und obendrauf noch die absolut unglaubliche Geschichte einiger ihrer Freunde, dass Jesus ihnen begegnet sei. Jesus sei auferstanden, was für ein Unfug! Das können sie nun so gar nicht glauben. Und so machen sich die beiden auf den Weg zurück in ihr altes Leben, weg aus Jerusalem, weg von ihren Freunden, hin zu dem Dorf, wo sie früher einmal lebten, zurück zudem, was sie vor ein paar Jahren verließen, um mit Jesus durchs Land zu ziehen, zurück zu dem, was ihnen Sicherheit gab, zurück zu dem, was sie verstanden. Sie sind auf der Flucht vor dem, was sie so gar nicht begreifen konnten, vor ihren zerbrochenen Träumen, Hoffnungen und Wünschen. Sie haben Jahre ihres Lebens in etwas investiert, was sich nun als völlig umsonst herausgestellt hat. Was für eine unglaubliche Enttäuschung!

 

Ja, zum Leben gehören Enttäuschungen und Misserfolge dazu und ja, die Flucht davor ist eine Möglichkeit, damit irgendwie umzugehen zu können. Und dann passiert etwas Unglaubliches: Jesus selbst schließt sich den beiden „Flüchtigen“ an. Das gibt es doch nicht, gerade vom Tod auferstanden rennt er den beiden hinterher! Hätte er nicht eigentlich Wichtigeres zu tun? Seinen Auferstehungssieg gegenüber den Hohepriestern bezeugen, ihnen also im Tempel einen Besuch abstatten oder vielleicht die viel größere Gruppe der Jünger in Jerusalem zu besuchen? Nein in diesem Augenblick, gibt es für Jesus nichts Wichtigeres, nichts Wertvolleres als diesen beiden hinterherzulaufen und ein Stück ihres Weges mitzugehen. So ist Jesus und so ist Gott, so gut, so herzlich, so geduldig und so fürsorglich. Es ist der Einzelne dem Jesus hinterläuft. Und er hört ganz genau hin, was uns Menschen bewegt. Jesus kannst du das alles sagen, ihm kannst du dein Herz ausschütten, ihm kannst du es sagen, wo du Schmerzen hast, wo du verunsichert bist, wo du die Hoffnung verloren hast oder wo gerade die Enttäuschung deines Lebens passierte. Und es wird davon berichtet, wie Jesus den beiden, nachdem er ihnen zuhörte, nochmals alles ganz genau erklärte und sich solange Zeit nahm, bis den beiden nicht nur ein Licht aufging, sondern, wie es zu lesen ist, ihnen das Herz brannte. Die Begegnung mit dem Auferstanden verändert die Sicht der Beiden auf Jesus, von dem sie zuvor als von einem Propheten redeten. Die Begegnung öffnet ihnen die Augen für Jesus als Gottes Sohn, der sein Leben auch für sie aufgegeben hatte und so zu ihrem persönlichen Retter und Erlöser wurde.

 

Und Jesus bleibt, als sie nun in dem Heimatdorf der beiden Freunde ankamen, sogar noch zum Essen. Er genießt die Tischgemeinschaft mit ihnen. Und dann passiert das vielleicht größte Wunder: Sie bleiben nicht dort, wo sie angekommen waren, in ihrer Vergangenheit. Sie kehren um, zurück nach Jerusalem, zurück zu den Anderen, sie stellen sich nicht nur nochmals ganz neu der Gegenwart, sondern werden, indem sie davon berichteten, wie der lebendige Jesus mit ihnen gerade unterwegs war, für andere zur Freude und zur Hoffnung. Diese spannende Geschichte kann nachgelesen werden in der Bibel, im Lukasevangelium, Kapitel 24, ab Vers 13. Liebe Freunde und Geschwister, es ist mein Wunsch für euch, dass ihr in dieser sorgenvollen Zeit, durch Begegnungen mit dem auferstandenen Herrn Jesus Christus neue Zuversicht schöpft und dass wir mit den Möglichkeiten unserer Zeit auch für unsere Mitmenschen zu Hoffnungs- und Freudenträger werden. Möge unserer Herr Jesus Christus unsere Herzen und Gedanken stärken und uns Frieden und Segen geben.

 

Mit besten Segenswünschen euer
Michael


Ostersonntag, 12. April 2020


Karfreitag, 10. April 2020

 

Liebe Gemeinde,

 

an diesem Tag, dem Karfreitag gedenken wir bewusst dem Leidensweg von Jesus Christus. Die Ereignisse überschlugen sich und die Jünger befanden sich in einem absoluten Ausnahmezustand. Alles was bisher sicher schien, galt mit einem Mal nicht mehr. Und auch ihre Gemeinschaft war mit einem Schlag zerbrochen. Ihr Freund und Meister Jesus – erst bejubelt, gefeiert, verehrt. Dann verraten, angeklagt, misshandelt. Nun gekreuzigt, gestorben, begraben.

 

Weiter unten auf dieser Seite seht Fotos von Darstellungen der einzelnen Stationen dieser Passionsgeschichte. Viele katholische Kirchen haben solche jeweils vierzehn bildliche oder plastische Darstellung der jeweiligen Kreuzwegstationen an ihren Wänden. Es lohnt sich, diese einmal bewusst auf sich wirken zu lassen. Bei unserem Frankreichurlaub im letzten Jahr habe ich diese zum ersten Mal bewusst wahrgenommen. Ganz unterschiedlich und doch meisterhaft haben Künstler diesen Leidensweg anschaulich dargestellt. So ging ich nun von Station, zu Station. Jesus wird zum Tode verurteilt, Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern, Jesus begegnet den weinenden Frauen, Jesus wird seiner Kleider beraubt, Jesus wird ans Kreuz genagelt, Jesus stirbt am Kreuz, Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt und schließlich am Ende: Der Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

 

Bewegt, aber auch etwas irritiert suchte ich nun an den Wänden nach dem Happy End – der Auferstehung. Doch ich fand sie nicht und las zu Hause später nach, dass nur in einigen wenigen Kirchen der Kreuzweg in einer 15. Darstellung ein gutes Ende mit der Auferstehung findet.

 

Aber vielleicht bedeutet Karfreitag eben auch genau dies einmal. Das Leiden und die Ungewissheit aushalten. Im Prinzip passt Karfreitag da gut in unsere aktuelle Situation. Unbegreiflich viele Menschen leiden derzeit und wir alle befinden uns im Ungewissen. Auch diese Empfindungen dürfen wir unter das Kreuz zum Gekreuzigten bringen. Egal was wir auch erleben – ihm ist unser Leid nicht fremd.

 

Die Kreuze aus Holz in unseren Gemeindehäusern oder auch die aus Silber oder Gold als Schmuckstücke um den Hals hängend, haben meinst eins gemeinsam. Sie sind schlicht und auf eine Darstellung von Jesus am Kreuz wird bei uns eher verzichtet. Uns reicht doch das Kreuz als schlichtes Symbol.

 

Im letzten Jahr stand ich dann jedoch in unserem Urlaub in einer katholischen Kirche vor einem Kruzifix aus Stein und mir wurde zum ersten Mal bewusst, welche Kraft in der Darstellung des Gekreuzigten liegt. Der Sohn Gottes, ja Gott selbst hängt dort hilflos und leidend. Von den Menschen verachtet und misshandelt. In seinem Gesicht da sind Schmerz, Verzweiflung und trotz allem, ein tiefer himmlischer Friede. Nicht Trotz, sondern Hoffnung.

 

Bei diesem Anblick fiel mir eine Beobachtung von Hape Kerkeling bei seiner Pilgerreise wieder ein. In seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ schreibt er davon: „Vom Kreuzgang begebe ich mich in die Kathedrale. Dort bin ich alleine und beobachte, wie eine Taube auf den Altar zufliegt. Direkt darüber hängt das riesige Kruzifix und zum ersten Mal nehme ich bewusst wahr, dass der Gekreuzigte eindeutig in eine Richtung schaut. Von uns aus gesehen, schaut Jesus Christus auf den meisten Darstellungen nach links. Nach Westen. Dem Sonnenuntergang, der Nacht, dem Tod entgegen. Aber aus seiner Sicht schaut er nach rechts, nach Osten. Dem Sonnenaufgang und dem Leben entgegen. Das, was uns wie ein düsteres Ende erscheint, ist für ihn in Wahrheit der strahlende Anfang. Und ganz zweifelsfrei kann nur seine Wahrnehmung als die richtige angesehen werden. Unsere ist die falsche Sichtweise. Vollends zu begreifen ist das für einen Menschen sicher nicht.“

 

Diese Beobachtung hat mich tief beeindruckt. Ja, es ist seit jeher eine Frage der Perspektive. Es ist möglich im Kreuz den Schlusspunkt eines kurzen Lebens eines am ende gescheiterten Menschen zu sehen. Wir glauben jedoch, dass das Kreuz der Anfang eines neuen Lebens ist. Auch wenn dies noch nicht da ist, der Gekreuzigte lädt uns ein mit ihm gemeinsam in die Richtung zu schauen, wo der neue Tag beginnen wird. Dem Sonnenaufgang und dem neuen Leben entgegen.

Eure Gedanken dazu

Kommentare: 1
  • #1

    angela boersch (Samstag, 11 April 2020 17:03)

    Es ist schon einige Jahre her, als ich das Buch ,,Ich bin dann mal weg" gelesen habe. Auf jeden Fall fühlte ich mich mitgenommen auf eine ungewöhnliche Pilgerreise. Wahrscheinlich habe ich auch vieles dabei übersehen, denn mir ist nicht aufgefallen, in welche Richtung Jesus am Kreuz eigentlich schaut. Werde das Buch auf jeden Fall noch mal zur Hand nehmen. Manchmal ist auch für mich ein Perspektivwechsel unausweichlich, damit es im Leben weiter gehen kann. Das Kreuz ist dabei nicht das Ende der Wegstrecke, sondern das Zeichen für Neubeginn. Dort wo sich Resignation breit machen will, lohnt es sich für mich immer wieder mein Vertrauen auf Jesus Christus zu setzen.

Galerie Kreuzwegstationen

Gebet »Unter deinem Kreuz«

Unter deinem Kreuz stehen wir,
Jesus Christus.
Unter deinem Kreuz suchen wir nach Antworten.
Unter deinem Kreuz rufen wir:
Jesus Christus, erbarme dich. 

Du stirbst am Kreuz und rettest
die Stolzen,
die Gleichgültigen,
die Mörder.
Jesus Christus, erbarme dich.

Du stirbst am Kreuz und rettest
die Schwachen,
die Hungrigen,
die Mutlosen.
Jesus Christus, erbarme dich.

Du stirbst am Kreuz und rettest
die Klugen,
die Einfältigen,
die Angesehenen,
die Verzweifelten.
Jesus Christus, erbarme dich.

Du stirbst am Kreuz und rettest
die Schöpfung,
die Liebe,
das Leben.
Jesus Christus, erbarme dich.

Jesus Christus,
du stirbst am Kreuz.
Überlass uns nicht dem Tod.
Rette unsere Freunde vor dem Tod.
Rette unsere Feinde vor dem Tod.
Rette deine Schöpfung.

Unter deinem Kreuz stehen wir,
Jesus Christus.
Dein Kreuz ist die Antwort.
Dein Kreuz besiegt die Finsternis.
Dein Kreuz besiegt das Böse.
Dein Kreuz besiegt den Tod.
Unter deinem Kreuz stehen wir.

Unter deinem Kreuz rufen wir:
Jesus Christus, erbarme dich.
Heute.
Jetzt.
Immer und überall.
Amen.

 

© https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php?litDay=28#archiv



Sonntag, 05. April 2020

Liebe Freunde und Mitglieder der Baptisten-Gemeinden in Güstrow, Bad Doberan und Rostock!

 

Heute ist ein besonderer Sonntag: Palmsonntag. Er erinnert uns daran, wie Jesus einige Tage von dem Passah-Fest in Jerusalem empfangen worden ist. Die Menschen gingen auf die Straße, sie jubelten Jesus und seinen Begleitern zu, sie riefen „Hosianna, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Es sind Menschen jeden Alters, Familien mit ihren Kindern, Senioren. Es sind Menschen jeder sozialen Herkunft, der Zöllner genauso wie der Bettler! Was für eine bunte, fröhliche Szenerie, die sich hier in unserer Vorstellung vor unseren Augen ausbreitet. Wir hören das Singen, das Lachen, wir sehen wie Menschen mit grünen Zweigen winken.

Und mittendrin in dieser Menschenmenge sehen wir Jesus, der wie ein König oder wie ein Medienstar seiner Zeit empfangen wird. Auf ihn allein richtet sich all die Freude, das Lachen und das Singen, das Jubeln und das Loben der bunten Menschenmenge da auf der Straße in Jerusalem.

 

Kann das nicht auch ein Bild für christliche Gemeinden sein? Ich wünsche es mir für unsere Gemeinden in Güstrow, Bad Doberan und Rostock, dass wir dies so miteinander erleben. Und dabei merke ich für mich, wie meine Sehnsucht nach einer solchen Gemeinschaft in meiner Gemeinde immer größer wird. Heute fällt in unseren Gemeinden nun schon der vierte Gottesdienst in Folge aus. Wir wissen darum, wie wichtig es auch weiter bleibt, direkte Kontakte zu meiden, um das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 so weit wie möglich zu minimieren. Entsprechend anerkannten Erkenntnissen zur Pandemie schützen wir damit besonders die Schwächeren unserer Gesellschaft, die gesundheitlich angeschlagenen und die älteren Menschen. Daneben wird aber auch immer deutlicher erkennbar, dass es jeden treffen kann, egal welchen Alters. Deshalb verzichten wir weiter darauf, worin wir in unseren Gemeinden unsere Stärke sehen: das persönliche Zusammenkommen, nicht nur in Gottesdiensten sondern auch darüber hinaus in vielfältigen Formen, wie Hauskreisen, Seniorennachmittagen, Schulungen, Freizeitaktivitäten oder gemeinsames Essen.

 

Heute bleibt uns einerseits die Vorfreude darauf, dass wir als Gemeinden wieder so aufeinandertreffen werden, wie es uns das Bild vom Palmsonntag vor Augen führt: Dass wir lachend, singend und jubelnd zusammenkommen und uns darüber freuen, dass wir Jesus begegnen können. Möge uns die Freude auf die Gemeinschaft in unseren Gemeinden auch jetzt erhalten bleiben.

 

Andererseits bleibt es für uns aber auch, in der heutigen Situation von Jesus zu lernen. Wenn wir genau auf Jesus schauen, dann wirkt er dort in der Szenerie gar nicht so als ein Star, gar nicht so königlich und erst recht nicht abgehoben. Wir lesen davon, wie Jesus auf dem Weg nach Jerusalem Menschen in den Blick nahm, denen nicht zum Jubeln zumute war. Jesus sah den Oberzöllner Zachäus, dem die Gesellschaft Verachtung entgegenbrachte und verbrachte Zeit mit ihm. Jesus hörte in mitten der ausgelassenen Stimmung den Hilferuf zweier verzweifelter Menschen und kümmerte sich um sie. Ja, auch das ist für mich nicht weniger Leitbild meiner Gemeinde. Vielleicht fällt es uns in diesen Tag weniger leicht zu sehen, wo Menschen unsere Hilfe benötigen. Die Not körperlicher, seelischer und auch zwischenmenschlicher Art bleibt unter den heutigen Umständen oftmals hinter verschlossen Türen verborgen. Ich wünsch es mir für uns, dass wir diese Menschen in unseren Gemeinden und darüber hinaus in den Blick nehmen, dass wir ihre Stimme hören und dass wir Zeit mit ihnen verbringen mit den Möglichkeiten, die uns die heutige Zeit erlaubt, und dass wir uns um sie kümmern. Und, wir dürfen beten, wo unserer Hilfsbereitschaft Grenzen gesetzt sind. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus sich dieser Sorgen annimmt und sein barmherziges Handeln von der Not dieser Tage nicht abwendet.

 

Ja, auf die uns liebgewordene Gemeinschaft müssen wir so dann auch in dieser besonderen Zeit nicht verzichten, sondern diese heute nur so völlig anders leben. Und vielleicht gelingt es uns, ein ganz neues Bild von Gemeinde entstehen zu lassen und miteinander zu leben, bis wir uns dann auch wieder fröhlich in die Arme nehmen können: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! „Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ so wünscht es Paulus der Gemeinde in Philippi (Philipper 4, 4-7) und so ist es auch mein Wünsch für euch an diesem Palmsonntag.


Sonntag, 29 März 2020

Liebe Geschwister, lieber Freunde.

 
„Nicht nur die Angst ist ansteckend, sondern auch die Ruhe und die Freude, mit der wir dem jeweils Auferlegten begegnen.“

 

Dieses Zitat von Dietrich Bonhoeffer erreichte mich vor ein paar Tagen durch einen Kollegen per Email und setzte sich tief in mir fest.

 

Ein inneres „Amen dazu!“ breitete sich aus und es war fast so, als würde eine Last von meinen Schultern fallen. Eine Last, die sich aus der Angst zu versagen speiste, der Angst hilflos, ratlos, tatenlos dazustehen, überfordert und doch so gefordert zu sein. Es war nicht die Angst sich zu infizieren, sondern die Angst nicht zu reichen.

 

Ich habe mich also nicht mit dem Corona Virus angesteckt, aber ich habe mich von dem Zugzwang, dem Tatendrang, dem Zeitdruck, der Angst davor, „verloren“ zu gehen, angesteckt.

 

Vielleicht kennst du das Gefühl, einen Schritt hinterher zu hinken. Ob im Job, wenn die Kollegen*innen eine schnelle Lösung präsentieren können, im Bekanntenkreis, wo alle schon skypen können, nur ich nicht. Vor den leeren Regalen auf der Suche nach Klopapier oder bei Insta, wo die digitale Massenproduktion zu einem Wettstreit der Superlative ausufert.

 

Manchmal hat uns die Angst oder vorsichtiger ausgedrückt, die Verunsicherung, fest im Griff. Besonders dann, wenn viele Menschen verunsichert sind.

 

Die Angst, meinem Umfeld, meiner Arbeit, meiner Familie aufgrund meiner Persönlichkeit nicht gerecht werden zu können hat mich total gelähmt. Wo ist mein Platz in dieser aufgeregten Zeit? Welchen Nutzen, welchen Sinn erfülle ich, wenn meine eigentlichen Kompetenzen auf Eis gelegt werden? Wenn meine Begabungen plötzlich in ihrer gewohnten Form wirkungslos werden. Wenn meine Existenz erschüttert wird.

 

Ich kann nicht mehr sagen, ob diese Fragen meine Fragen waren oder sie zu meinen Fragen wurden. Aber sie waren ansteckend und verbreiteten sich. In mir. In der Gesellschaft. Auch bei dir? Die Angst hinter diesen Fragen war mir zunächst nicht bewusst. Aber sie war es, die den Zugang zu mir, zu meinem Umfeld und schließlich auch zu Gott versperrte.

 

„Nicht nur die Angst ist ansteckend, sondern auch die Ruhe und die Freude, mit der wir dem jeweils Auferlegten begegnen.“

 

Bonhoeffer sagt ja gar nicht, dass wir keine Angst haben dürfen. Er sagt auch nicht, dass es keinen Grund zur Angst gibt, wir uns das nur einbilden. Er verdeutlicht allerdings, dass Ruhe und Freude ebenso wirksam in unser Leben strahlen, wie es Ängste vermögen.

 

Diese Erinnerung, dieser Satz Bonhoeffers, hat mein Denken und mein Handeln unterbrochen und den Fokus auf die Ruhe gerichtet.

 

Ein Begriff, der uns beim Aufschlagen der Bibel begegnet und in unser Leben hinein wirken will.

 

In der Ruhe begegnet Gott Elia, als dieser am Boden zerstört sein Leben beenden will (1.Kö 19). In Prediger 4,6 heißt es: „Besser eine Hand voll Ruhe als beide Hände voll Mühe und Greifen nach Wind.“ Und Jesus selbst sagt: „Bei mir werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29).

 

Ruhe.

 

Für die einen ist sie in diesen Tagen unerreichbar. Für die anderen ist sie unerträglich. Manche gehören zu jenen, die den „Laden“ am laufen halten. Andere gehören zu jenen, die es nicht aushalten, ruhig gestellt zu sein und innerlich unruhig werden.

 

Wo stehst du? Was macht dich unruhig? Wo lässt du dich von deiner Angst anstecken?

 

Vielleicht geht es dir ein bisschen wie mir. So ganz zur Ruhe komme ich in diesen Tagen nicht.

 

Doch ich will es so oft es geht versuchen. Ich möchte zur Ruhe finden, in der mir Gott begegnet. Ich möchte ganz bewusst Zeit der Ruhe in meinen Alttag einbauen, um handlungsfähig zu bleiben. Ich vertraue Jesus all meine Nöte und Sorgen an und bete, dass meine Seele seine Liebe täglich spürt.

 

Der Sonntag ist eh schon für viele Christen dieser Welt ein Tag der Ruhe. Heute und in Zeiten der Unruhe ist ein solcher Ruhetag vielleicht noch bedeutender als in ruhigeren Zeiten.

 

Ich wünsche dir Gottes Frieden über den Unfrieden in deinem Herzen. Gesundheit für Leib und Seele. Ich wünsche dir Weisheit und Kraft durch den Heiligen Geist. Und ich wünsche dir die Gnade unseres Herrn Jesus Christus.

 

Sei gesegnet. Bleib behütet.

Herzlichen Gruß

Pastor Cornelius Herrmann


Sonntag, 22 März 2020

Liebe Freunde und Mitglieder der Baptisten-Gemeinden Rostock, Bad Doberan & Güstrow,

 

In Kolosser 2,3 lesen wir »In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.«

 

Weisheit und Erkenntnis. Nicht das beides zu irgendeiner Zeit nicht gefragt gewesen wäre, aber derzeit gibt es da einen ähnlich hohen Bedarf, wie nach dem „Schatz“ Toilettenpapier.

 

Gleichermaßen befinden wir uns alle in einer Mischung aus ungläubigen Staunen, Ratlosigkeit und Sorgen. Staunen darüber, dass so ein Szenario nicht nur in einem Film, sondern ganz real in unserem Alltag passiert. Ratlosigkeit wie lange dieser Ausnahmezustand noch anhalten wird. Und Sorgen darüber, was dies in unser Welt, unserem Land und auch bei uns ganz persönlich verändern wird. Kein Bereich ist davon unberührt und bei vielen haben sich auf einen Schlag Existenzängste eingestellt.

 

Dazu kommt, dass die normalen Verhaltensweisen in Krisensituationen außer Kraft gesetzt sind. Anders als in anderen schwierigen Umständen gibt es derzeit niemanden, der mit mehr Lebenserfahrung Gelassenheit vermitteln kann. Denn so etwas hat bei uns noch niemand erlebt. Zudem gehören gerade die Älteren zur Risikogruppe. Die Sorge, selbst betroffen zu sein und vielleicht nicht auf einen milden Verlauf hoffen zu können, macht einigen große Angst. Die Vorsicht gebietet unseren Familien jedoch trotzdem nicht enger zusammen zu rücken.

 

Auch die Gemeinschaft der Gemeinde ist derzeit nicht möglich. So fand in der letzten Woche, soweit ich denken kann, erstmalig ein Sonntag ohne Gottesdienst statt. Unsere Gemeinde ist am 13. März 99 Jahre alt geworden und zudem können wir uns über 30 Jahre Fertigstellung unseres Gemeindeanbaus freuen. In der geplanten Gemeindestunde wollten wir zudem mit viel Freude in die Zukunft schauen. So wollte die Architektin die Pläne für ein möglichen Umbau der Gemeinderäumlichkeiten vorstellen.

 

In diese verrückte Situation nun dieser Vers aus Kolosser 2,3: »In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.« Es lohnt sich oft weiterzulesen. Der Brief des Paulus an die Kolosser spricht auch in unsere Zeit, macht deutlich worin dieser Schatz in Christus liegt und kann uns so ermutigen. »Denn wenn ich auch nicht persönlich unter euch bin, bin ich es doch mit meinen Gedanken. (…) Es ist doch Christus, in dem die ganze Fülle von Gottes Wesen in leiblicher Gestalt wohnt. Und ihr habt an dieser Fülle teil, weil ihr mit Christus verbunden seid – mit ihm, der das Oberhaupt aller Mächte und Gewalten ist. Er sorgt dafür, dass der ganze Leib – gestützt und zusammengehalten durch die verschiedenen Gelenke und Bänder – so wächst, wie Gott es möchte. (…) Geschwister, ihr seid von Gott erwählt, ihr gehört zu seinem heiligen Volk, ihr seid von Gott geliebt. Darum kleidet euch nun in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Geduld. (…) Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkommenen Einheit zusammenschließt. Der Frieden, der von Christus kommt, regiere euer Herz und alles, was ihr tut!«

 

Diesem Gebet von Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg) schließen wir uns gern an:

»Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können. Dass Du allein ewig bist. Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir. Danke. Amen.«

 

Wir als Rostocker Gemeindeälteste wünschen euch allen Gottes Frieden und bei allem ungläubigen Staunen, Ratlosigkeit und Sorgen den tröstenden Blick auf Christus. Ihm ist Kummer nicht fremd und vor allem nicht egal.

 

Solltet ihr praktische Hilfe benötigen, kontaktiert bitte unsere Gemeindediakonin Esther Köpke | (Telefon: 0177 / 269 68 08). Auch Hilfsangebote, z.B. für Geschwister die nicht selbst einkaufen gehen können, nimmt sie gern entgegen.

 

Auf unserer Internetseite unter www.baptisten-rostock.de haben wir für euch Möglichkeiten von zu Hause aus Gottesdienste mitzuerleben oder nachzuhören sowie weitere Inspirationen zusammen getragen (Link). Schaut unbedingt einmal rein! Es gibt wahnsinnig tolle Formate.

 

Und vor allem bleibt gesund und nehmt bei Bedarf Hilfe gern in Anspruch!

 

Eure Gemeindeältesten

Christoph, Michael & Thomas


Sonntag 15. März 2020

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Liebe Freunde und Mitglieder der Baptisten-Gemeinde Rostock!

 

Wir erleben eine herausfordernde Zeit, die zu drastische Maßnahmen aus allen Bereichen unserer Gesellschaft führt. Es sind Maßnahmen der Politik, der Wirtschaft und auch der Kirchen unseres Landes. Fachleute weisen auf eine akute Gefahrenlage hin, vor der auch wir uns als Gemeinde nicht verschließen konnten. Mit der Absage unsere Gemeindeveranstaltungen inklusive unserer Gottesdienste kommen wir der Bitte aus der Verwaltung und Politik bzw. der Forderung von Fachleuten nach, reale soziale Kontakte auf absolut notwendige zu reduzieren.

 

Wir bitten euch um Verständnis um diese drastische und bisher wohl einmalige „Ganz oder gar nicht“ Entscheidung, die wir als Älteste unserer Gemeinde treffen mussten. Unser Verzicht auf Gemeinschaft in unseren Gemeinderäumen ist Ausdruck unserer Solidarität mit den besonders gefährdeten Personengruppen und unser Beitrag zur Entlastung der im Gesundheitssystem arbeitenden Menschen. Der Verzicht auf Gemeindeveranstaltung ist sicher keine vorübergehende Niederlegung unserer Gemeindearbeit. Entsprechend der aktuellen Gefahrenlage kommen wir in kleinen Kreisen zusammen, hier und da werden sicher urbiblische Hausgottesdienste gefeiert. Wir verlieren uns nicht aus den Augen, sondern halten Kontakt, zumindest über Telefon, Smartphone oder das Internet. Wir fragen nach, wo jemand Hilfe benötigt, ein ermutigendes Wort oder ein Gebet. Und vielleicht schafft der Freiraum, den wir nun haben, Möglichkeiten einer neuen tiefgehenden Hinwendung zu unserem Herrn Jesus Christus oder lässt uns vielleicht auch ganz neu den Wert unserer Gemeinde erleben. Vielleicht führt uns die Zeit, die wir nun häufiger eher allein verbringen, auch ins Träumen: Was könnte alles möglich sein in meinem Leben oder auch in und mit unserer Gemeinde.

 

Die Bibel ist voll von Träumern: Josef träume davon, wie ein Ausschnitt seiner Zukunft aussehen wird, der Traum von Paulus motivierte ihn auf den europäischen Kontinent zu reisen und Johannes Träume in der Offenbarung sind uns heute harte Kost und eine echte Herausforderung an unser Verständnis. Und mittendrinn gibt es dann noch Sacharja, der von Gott inspiriert in die Zukunft blickt, nachzulesen in der Bibel zum Beispiel in Sacharja 2, 5-9: Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann hatte eine Messschnur in der Hand. Und ich sprach: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie lang und breit es werden soll. Und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging hinaus, und ein anderer Engel kam ihm entgegen und sprach zu ihm: Lauf hin und sage diesem jungen Mann: Jerusalem soll ohne Mauern bleiben wegen der Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein werden. Und ich selbst will, spricht der HERR, eine feurige Mauer rings um sie her sein und will mich herrlich darin erweisen. (Lutherbibel 2017)

 

Was für eine großartige Vision für das Zusammenleben in der Stadt Gottes: Eine Stadt, die keine Schutzmauern, keine Abgrenzung braucht, weil Gott selbst auf die Menschen, die hier zusammenleben, achthat. Eine Stadt, die keine Eingrenzung braucht, weil immer mehr Menschen dazu kommen. Hier ist eine Stadt im Entstehen, die unsere menschlichen Vorstellungen und Maßstäbe übersteigt. Hier entsteht eine Stadt nach Gottes Möglichkeiten und Maßstäben und in diesem Rahmen kommen immer mehr Menschen zusammen um Leben miteinander zu teilen. Aber vielleicht sieht Sacharja hier auch eine Stadt, die jedwede Messschnüre außenvor lässt, Messschüre mit denen wir einander vermessen und bewerten, und sieht ein Miteinander, wo es Rivalität, Neid und Demütigendes nicht mehr gibt. Und vielleicht sieht Sacharja hier auch eine Stadt, die jedweden Mauerbau auch innerhalb unterlässt, Mauern die abgrenzen und ausgrenzen, und sieht eine Gemeinschaft, wo miteinander Respekt und Wertschätzung

auch bei aller Andersartigkeit gelebt wird.

 

Liebe Geschwister, vielleicht träumen auch wir von einer solchen Gemeinde in Rostock, weil wir uns vielleicht selbst danach sehnen in einer solchen Stadt unser Leben gestalten zu können und weil wir es uns wünschen, dass noch viele Menschen dazu kommen. Und wenn Jesus sagt, „sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17, 21) dann darf das hier und jetzt unter uns schon spürbar sein. Vielleicht stehen wir hierin noch ganz am Anfang, vielleicht siehst du noch eher, wo Menschen Mauern bauen oder Menschen eher wegbleiben. Vielleicht packt es dich aber diese Vision in deiner Gemeinde Wirklichkeit werden zu lassen. Dann möge dir Gott dazu Geduld und Liebe und ein Aufbrechen schenken! Apropos Aufbrechen, unsere aktuelle Predigtreihe handelt von Nehemia, der wenige Jahre nach diesem Traum von Sacharja in Jerusalem eine Mauer baut. Ups!

 

Und vielleicht habt ihr Lust darüber noch ein wenig nachzudenken, dann findet ihr zu diesem Sonntagsimpuls noch ein Impulsblatt mit ein paar Fragen.