3. SÄULE: Wir wollen Gemeinde bauen!


© designritter/photocase.com
© designritter/photocase.com

Wir verstehen unsere Gemeinde als Teil eines viel größeren Ganzen, nämlich als Teil des Leibes Christi weltweit. Wir verstehen uns als ein Kapitel von Gottes Geschichte mit seinen Menschen und seinem Volk zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort und mit einer bestimmten Prägung. Wir sind uns dabei unserer geistlichen Wurzeln bewusst, die beim Gottesvolk des Alten Bundes, dem jüdischen Volk, liegen. Wir sind uns unserer eigenen Tradition bewusst, die uns vor allem mit den Baptisten- und Brüdergemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. und mit den Baptistengemeinden in Europa und weltweit verbindet. Das Reich Gottes aber ist größer als unsere Konfession. Darum wollen wir die Einheit mit allen pflegen, die sich mit uns zu Jesus Christus als dem Herrn und Erlöser bekennen und für das Kommen des Reiches Gottes beten, und wir wollen ihren Dienst segnen.


1. Wir wollen uns unserer besonderen geistlichen Beziehung zur Geschichte Gottes mit dem jüdischen Volk bewusst bleiben. Wir wollen die Verbindung zu den Gemeinden unserer Freikirche lebendig halten und sie auf Landesverbands- und Bundesebene mitgestalten. Wir wollen in unserer Stadt und darüber hinaus gute Beziehungen pflegen zu Christen anderer Benennung und immer wieder Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Christuszeugnisses prüfen.

 

2. Durch unsere Gemeindearbeit wollen wir dazu beitragen, dass unsere Stadt und ihre Umgebung mit dem Evangelium erreicht wird. Dabei wollen wir mit Überzeugung und doch ohne Überheblichkeit unser eigenes Profil entwickeln und ausleben. Die Unterschiede zu anderen Gemeinden in theologischen und strukturellen Fragen wollen wir als gegenseitige Herausforderung sehen, das eigene Profil immer wieder zu überprüfen. Uns ist bewusst, dass jede Gemeinde in ihrer Erkenntnis Ergänzung braucht.

 

3. Bestehende oder neu zu gründende Zweiggemeinden sollen mit dem Ziel begleitet und gefördert werden, dass sie zu eigenverantwortlicher Gemeindearbeit befähigt werden.

Gemeinde nach dem Neuen Testament ist nicht zuerst eine Organisation, sondern ein lebendiger, geistlicher Organismus, bestehend aus vielen einzelnen Zellen und Gliedern, den Gläubigen. Dieser Organismus benötigt zu gesundem Wachstum schützende und fördernde Strukturen, Formen und Rahmenbedingungen, die immer wieder überprüft und dem Leben angepasst werden müssen.

 

4. Wir wollen Verwaltung und Strukturarbeit effektiv gestalten Dazu sind u. a. klare Verantwortlichkeiten und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse nötig.

 

5. Entscheidendes Gremium für alle Belange der Gemeindearbeit ist die Gemeindeversammlung. Eine besondere Verantwortung vor allem in inhaltlichen und geistlichen Fragen haben dabei die durch sie berufenen Ältesten, die sich mit ihren unterschiedlichen Begabungen ergänzen und gemeinsam die Gemeinde leiten, unterstützt durch die Diakone und weitere Mitarbeiter. Die Gemeinde soll in grundlegende Entscheidungsprozesse möglichst frühzeitig eingebunden werden.

 

6. Zu verantwortlichem Gemeindebau gehört neben der sorgfältigen Pflege der bestehenden Räumlichkeiten auch eine weitsichtige Bedarfsplanung nach den Erfordernissen der Gemeindearbeit und den finanziellen Möglichkeiten.

 

7. Um die Gemeindearbeit finanzieren und darüber hinaus Hilfs- und Missionsprojekte unterstützen zu können, ist es notwendig, dass viele Gemeindeglieder und Freunde sich das biblische Prinzip vom Geben des „Zehnten“ zu eigen machen und so freiwillig und doch regelmäßig sowie verbindlich Spendengelder zur Verfügung stellen.


Einige ausgewählte Texte zum biblischen Hintergrund – Gemeinde bauen

Matthäus 7, 21
»Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.«


Apostelgeschichte 14, 23
»Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.«


Apostelgeschichte 20, 28-31
»Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen!«


Römer 11, 16-32
»… wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige. Wenn aber einige der Zweige herausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums mit teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht gegen die Zweige! Wenn du dich aber gegen sie rühmst – du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! … Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird; und so wird ganz Israel gerettet werden … Denn wie ihr einst Gott nicht gehorcht habt, jetzt aber Erbarmen gefunden habt infolge ihres Ungehorsams, so sind jetzt auch sie dem euch geschenkten Erbarmen gegenüber ungehorsam gewesen, damit auch sie jetzt Erbarmen finden.«


1. Korinther 12, 12-31
»Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib; gehört er deswegen nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib; gehört es deswegen nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn ganz Gehör, wo der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte. … Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder. Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens andere als Propheten, drittens als Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen. Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus? Eifert aber um die größeren Gnadengaben!«


Epheser 2, 11-22
»Deshalb denkt daran, dass ihr, einst aus den Nationen … zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen. Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat. Und er kam und hat Frieden verkündigt euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide durch einen Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.«


Epheser 4, 1-16
»Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung! Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist … Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi. Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum. Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung dienende Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und so wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.«